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Wenn der See leerläuft

GRÜNE bringen Wasserproblematik aufs Tapet

18. Dezember 2019

Welche wasserwirtschaftlichen Probleme der Braunkohleabbau im Rheinischen Revier wirklich mit sich bringt, wurde jetzt auf Antrag der GRÜNEN im Braunkohlenausschuss der Regionalräte Köln und Düsseldorf thematisiert.

Foto: Pixabay

Erst kürzlich hat RWE eine neue wasserrechtliche Erlaubnis zur Grundwasserabsenkung im Tagebau Hambach beantragt – und das obwohl die „Kohlekommission“ einen vorgezogenen Ausstieg aus der Braunkohle empfiehlt und gleichzeitig die negativen Auswirkungen der Grundwasserabsenkungen immer offensichtlicher werden. Die GRÜNEN im Braunkohlenausschuss (BKA) der Regionalräte Köln und Düsseldorf hatten deshalb bereits im Oktober dieses Jahres beantragt, dass sich der BKA in seiner Sitzung am 6. Dezember 2019 intensiv mit dieser Problematik befasst. „Wir sind sehr froh, dass das so auch geschehen ist“, erklärt Gudrun Zentis, Grünes Mitglied im BKA. „Denn das war das erste Mal, dass das Thema Grundwasserabsenkung in dieser Breite und in aller Komplexität behandelt wurde.“

Auch wenn Fragen offenblieben, auf deren Beantwortung die GRÜNEN weiter drängen werden, wurde klar, dass es in den nächsten Jahrzehnten massive Probleme beispielsweise bei der Schadstoffbelastung des Grundwassers gibt. So bekennt der Erftverband: „Die Pyritoxidation im Bereich der Tagebaue bzw. Abraumkippen wird zu einer erhöhten Mineralisation des Grundwassers und insbesondere zu erhöhten Sulfat-, Calcium- und Eisenkonzentrationen führen.“ Ein weiteres Problem ist die Befüllung der Restseen. Hier heißt es vom Erftverband zwar: „Für die Versorgung von Feuchtgebieten und Gewässern im Norden des Tagebaus Garzweiler II sowie zur Füllung des Tagebausees Garzweiler II und des Tagebausees Hambach ist eine Entnahme von Rheinwasser vorgesehen.“ Horst Lambertz, Sprecher der GRÜNEN im Braunkohlenausschuss erklärt dazu: „Dies wurde über mehrere Jahre ausführlich diskutiert und bestehende Widerstände etwa von Landwirten und Schifffahrt-Bundesamt wurden zwar weitestgehend glaubwürdig ausgeräumt. Dennoch gibt es Zweifel an der Durchführbarkeit aufgrund des rasanten Klimawandels. Ob eine ausreichende Entnahmemenge nach den Pegelständen der letzten Jahre tatsächlich möglich ist, bleibt abzuwarten.“

Dass ein abgesenkter Grundwasserspiegel das Befüllen der Tagebaulöcher erschwert, zeigen auch die Erfahrungen beim Blausteinsee in der Nähe von Eschweiler bei Aachen. Auf eine Anfrage der LINKEN, die thematisiert, dass dem See pro Sekunde 200 Liter Wasser zugeführt werden müssen, damit er nicht leerläuft, wurde am 13. Dezember 2019 im Regionalrat geantwortet: „Dass der Wasserstand noch langfristig gestützt werden muss, war den beteiligten Experten von Anfang an klar.“