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Von Österreich lernen

Informationsfahrt nach Wien

9. Oktober 2019

Die diesjährige Informationsfahrt der GRÜNEN im Regionalrat Köln ging nach Wien. Von der österreichischen Hauptstadt lässt sich einiges in Sachen Wohnungsbau und Verkehr lernen. Vor allem eine Exkursion in die Seestadt Aspern beeindruckte die GRÜNEN sehr.


Foto: Rolf Beu

Am 1. August 2019 startete die GRÜNE Regionalratsfraktion ihre diesjährige Informationsfahrt. Vom Kölner Hauptbahnhof ging es mit dem Zug in die österreichische Hauptstadt Wien. Am Nachmittag angekommen startete auch schon das dreitägige Programm mit einer Führung durch das Jüdische Viertel zwischen Taborstraße und Karmelitermarkt. Begleitet und geführt wurden die Rheinländer*innen von Gerhard Jordan von den Wiener GRÜNEN. Am Abend gab es die Möglichkeit zu einem Gespräch mit Mitgliedern der Wiener GRÜNEN-Parteispitze und Kandidaten für die Nationalratswahl. Zu diesem Zeitpunkt herrschte zwar schon eine optimistische Stimmung im Hinblick auf die anstehende Wahl, dass die GRÜNEN in Wien aber einen Monat später 169 866 Stimmen auf sich vereinen konnten und – mit einem Zuwachs von 14,8 Prozent im Vergleich zur Wahl 2017 – nun 20,7 Prozent aller abgegebenen Stimmen erhielten und damit sechs neue Abgeordnete in das Bundesparlament entsenden, war in dieser Deutlichkeit noch nicht absehbar.

Der nächste Tag war dem Schwerpunkt der Informationsfahrt gewidmet: einer ausführlichen Besichtigung der Seestadt Aspern mit Information durch die dortige Stadtentwicklungsgesellschaft. Die Seestadt Aspern ist ein in Bau befindlicher komplett neuer Stadtteil links der Donau im 22. Wiener Gemeindebezirk, der Donaustadt, und eines der zurzeit größten Stadtentwicklungsprojekte Europas. Vom Baubeginn bis zur Fertigstellung sollen rund 20 Jahre liegen. Auf dem ehemaligen Flugfeld Aspern, Wiens Flughafen der Zwischenkriegszeit, sollen bis zum Jahr 2028 über 10 000 neue Wohnungen, 15 000 Büro- und 5000 gewerbliche Arbeitsplätze entstehen. Die Stadtentwicklungsgesellschaft ist Tochterfirma der Wirtschaftsagentur Wien, eines Fonds der Stadt Wien und der Bundesimmobiliengesellschaft. Die Planungen erfolgen im Einvernehmen mit den zuständigen Magistratsabteilungen der Stadt und den Wiener Linien, dem kommunalen Verkehrsunternehmen. Zurzeit sind etwa ein Viertel dieses neuen Quartiers um den künstlichen See herum und die U-Bahn-Anbindung fertig, ebenfalls der Bahnhof Wien-Aspern Nord an der ÖBB-Strecke in die slowakische Hauptstadt Bratislava.

Auch Wien macht nicht alles richtig, aber manches besser als viele deutsche Großstädte, so der Eindruck der GRÜNEN. Vor allem, dass sich 60 Prozent des Wohnungsbestands in städtischem Eigentum befinden und der Rest von Genossenschaften dominiert wird, ist eine Realität, die man sich hierzulande auch wünschen würde. Denn das wirkt sich eindeutig positiv auf das Mietniveau und die Mischung der Wohnbevölkerung in den Gemeindebezirken aus.

Bevor es am 4. August wieder heimwärts ging, waren die Regionalrats-GRÜNEN noch einen Tag mit der Wiener GRÜNEN-Landtagsabgeordneten Birgit Meinhard-Schiebel unterwegs. Sie zeigte ihnen das gigantische Rathaus, das gleichzeitig Sitz des Wiener Landtags ist, mit den GRÜNEN Fraktionsräumen. Davor erfolgte der Besuch einer Ausstellung zur Geschichte Wiens nach dem Zusammenbruch der Habsburger Monarchie und zu Zeiten des sogenannten „roten Wiens“ der Zwischenkriegszeit und nachmittags eine informative Führung durch das Nordbahnviertel, einem weiteren, komplett neuen Stadtteil auf einem nicht mehr für Bahnzwecken genutzten rund 80 Hektar großen Areal am Praterstern, im 2. Wiener Gemeindebezirk, der Leopoldstadt.

Die GRÜNEN nutzten an allen Tagen die Bahnen der Wiener Linien. Das Bahn- und Busangebot in der österreichischen Hauptstadt ist, sowohl was das Linien- und Taktangebot als auch was die Zuverlässigkeit und insbesondere die Fahrpreise betrifft, vorbildlich – nicht nur im Vergleich zum Verkehrsverbund Rhein-Sieg.