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RWE gräbt Wasser ab

Schutz von Trinkwasser nötig

10. Juli 2019

Der Regionalrat Köln hat die Bezirksregierung damit beauftragt, eine Lösung zum Schutz der zukünftigen Trinkwassergewinnung in Dirmerzheim (Erftstadt) zu erarbeiten. Vor dem Hintergrund, dass in unmittelbarer Nachbarschaft im Zuge des Braunkohleabbaus der Grundwasserspiegel immer weiter gesenkt wird, ist dies ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.


Foto: rawpixel_Pixabay

Die Probleme im Rheinischen Braunkohlerevier sind vielfältig – eine der gravierenden Folgen ist die Grundwasserabsenkung. Zur Gewinnung der in Tiefen bis zu 450 Meter liegenden Kohle muss das Grundwasser bis unter die Tagebausohle abgepumpt – „gesümpft“ – werden. Damit aber sind weitreichende Konsequenzen für den Wasserhaushalt der gesamten Region verbunden. Mit den Tagebauen werden nicht nur streng geschützte grundwasserabhängige Feuchtgebiete zerstört, auch werden die Trinkwassergewinnung und der Grundwasserhaushalt für Jahrhunderte geschädigt. Denn wenn nach Beendigung des Kohleabbaus die Sümpfungen eingestellt sind und das Tagebauloch geflutet wird, steigt das Grundwasser wieder und Sulfate aus Tagebauabraumhalden werden ausgewaschen. Die derzeitigen Trinkwassergewinnungsanlagen Glesch, Paffendorf, Türnich und Sindorf werden dann ihre Wassergewinnung einstellen müssen.

Auf Anregung des Erftverbandes soll als Ersatz ab ca. 2050 die Trinkwassergewinnungsanlage Dirmerzheim dienen, da sie als einzige nicht von der Sulfatverunreinigung betroffen sein wird. Sie muss dann ihre Förderung um mehr als ein Drittel auf ca. 41 Mio. Kubikmeter steigern und daher das Grundwasservorkommen maximal ausnutzen, um die öffentliche Versorgung mit Trink- und Betriebswasser im Bereich Erftstadt sicherzustellen. Daher muss ein erweitertes Wassereinzugsgebiet unter Schutz gestellt werden. Der Regionalrat hat am 5. Juli 2019 deshalb einstimmig beschlossen, dass die Bezirksregierung eine entsprechende Regionalplanänderung erarbeitet.

„Wir begrüßen das sehr“, erklärt Rolf Beu, Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN im Regionalrat Köln. Die Notwendigkeit dieses Handelns beweise aber einmal mehr, wie schädlich der Braunkohleabbau ist. RWE müsse endlich aufhören, der Region immer weiter das Wasser abzugraben. Aktuell hat der Konzern bei der zuständigen Bezirksregierung Arnsberg eine neue wasserrechtliche Erlaubnis bis 2030 beantragt und möchte in den nächsten Jahren dem Boden mehrere Millionen Kubikmeter Wasser entziehen.