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Reduzierte Durchgängigkeit

Projekt „Wasserführung Mittlere Rur“ vorgestellt

22. März 2020

In der letzten Sitzung der Kommission für Regionalplanung und Strukturfragen des Regionalrats Köln wurde auf Initiative der GRÜNEN die Problematik der Wasserentnahme und der damit verbundenen reduzierten Durchgängigkeit der Mittleren Rur thematisiert.

Foto: Multi-AC, selbst fotografiert, CC BY-SA 2.0, (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/)

Die Rur, ein 164 km langer Fluss, weist insbesondere in seinem Mittellauf in Nordrhein-Westfalen generell nur einen mäßigen ökologischen Zustand auf – Grund dafür ist vornehmlich die hier stark reduzierte Wasserführung der Rur durch vielzählige Wasserkraftanlagen und Mühlenteiche. Allein im Bereich zwischen Obermaubach und Jülich blockieren 42 Wehre die Durchgängigkeit des Flusses und erzeugen Rückstaubereiche. Das führt genauso wie der durch zunehmende Temperaturen und Trockenheit sinkende Wasserstand zu massiven Habitatveränderungen für Fische und das Makrozoobenthos, aber auch die Pflanzenwelt.

Die Rur befüllt außerdem eine Reihe von Talsperren in ihrem Einzugsgebiet, die für die Trinkwassergewinnung auf der einen Seite und als Regenrückhaltebecken auf der anderen Seite fungieren. Auch für diese ist eine möglichst stabile vorherberechenbare Wasserführung in der Rur wichtig.

DIE GRÜNEN im Regionalrat Köln haben deshalb in der 22. Sitzung der Kommission für Regionalplanung und Strukturfragen am 28. Februar 2020 angeregt, dass eine ausführliche Berichterstattung über das bei der Bezirksregierung Köln angesiedelte Projekt „Wasserführung Mittlere Rur“ erfolgt. In der Begründung heißt es: „Der Regionalrat war bisher nicht mit dieser Problematik befasst und es ist offensichtlich auch nicht vorgesehen, ihn in die noch folgenden Schritte einzubinden. Gleichwohl sehen wir es als wichtig an, dass wir über die Gesamtproblematik einschließlich einer differenzierten Darstellung der Entnahmemengen für die Industrie, die Kraftwerkskühlung und die Befüllung der Seen, die bisherige und zukünftige Vorgehensweise und die ersten Ergebnisse ausführlich informiert werden, zumal im Zuge des zügig fortschreitenden Klimawandels mit einer generellen Verschlechterung der Fließdynamik in weiteren Wasserkörpern unseres Regierungsbezirks zu rechnen ist.“

Die Bezirksregierung legte daraufhin eine Präsentation vor, aus der hervorgeht, dass das Projekt „Wasserführung Mittlere Rur“ zum Ziel hat, konkrete Umsetzungsmaßnahmen zur Erreichung eines guten ökologischen Zustands der Mittleren Rur zu erarbeiten, um damit den Vorgaben der Europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) Stück für Stück näher zu kommen.

„Es ist begrüßenswert“, so Rolf Beu, Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN im Regionalrat Köln, „dass nun vonseiten der Oberen Wasserbehörde endlich Bemühungen unternommen werden, den Wasserzustand der Rur zu verbessern. Dies kann aber nur ein Anfang sein, denn viele Flussläufe ähnlicher Größenordnung im Regierungsbezirk Köln kämpfen mit nahezu den gleichen Problemen und bedürfen ebenfalls einer intensiven Überprüfung.“