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Raupe Nimmersatt frisst weiter

Regionalrat stimmt Sportparkerweiterung im Kölner Grüngürtel zu

10. Juli 2019

Am 5. Juli 2019 hat der Regionalrat mehrheitlich gegen GRÜNE, LINKE und Piraten der Zielabweichung zur Erweiterung des RheinEnergie Sportparks in Köln-Sülz zugestimmt und gab damit grünes Licht für den höchst umstrittenen Ausbau des vom 1. FC Köln genutzten Geländes im Kölner Grüngürtel.


Foto: Christiane Martin

Auch der lautstarke Protest von 500 Demonstrant*innen vor der Bezirksregierung, die mit einer lebenden Raupe Nimmersatt gegen die Ausbaupläne des 1. FC Köln Sturm liefen, konnte die Mehrheit im Regionalrat Köln nicht überzeugen. Am 5. Juli 2019 stimmten nur die GRÜNEN, LINKEN und Piraten gegen den Grün- und Flächenfraß im Kölner Grüngürtel.

Die Stadt Köln möchte mit der 209. Flächennutzungsplanänderung (FNP) eine Erweiterung des RheinEnergie-Sportparks möglich machen – angeblich, um den gestiegenen Anforderungen des modernen Fußballsports für den Nachwuchsbereich gerecht werden zu können. Der 1. FC Köln plant, auf dem vorhandenen Kunstrasenplatz ein Leistungszentrum und darüber hinaus drei weitere Trainingsplätze für die Nachwuchsmannschaften zu errichten. Weiterhin sind vier Kleinspielfelder als Angebot für die Öffentlichkeit vorgesehen. Der aktuelle Regionalplan, Teilabschnitt Region Köln, stellt den Planbereich der FNP-Änderung als Waldbereich, überlagert mit den Freiraumfunktionen „Regionaler Grünzug“, „Schutz der Landschaft und landschaftsorientierte Erholung“ und „Grundwasser- und Gewässerschutz“ dar. Deshalb hat die Stadt Köln bei der Bezirksregierung eine Zielabweichung beantragt, der nur stattgegeben werden darf, wenn die Unberührtheit der Grundzüge der Planung sowie die Vertretbarkeit unter raumordnerischen Aspekten gegeben sind. Die Bezirksregierung hatte beides positiv beschieden, der Regionalrat Köln folgte mit den Stimmen von CDU, SPD und FDP dieser Einschätzung.

Für die GRÜNEN im Regionalrat Köln, die mit LINKEN und Piraten die Zielabweichung ablehnten, ist die Argumentation von CDU, SPD und FDP nicht nachvollziehbar. „Es ist nicht zu übersehen, dass die Planungen von Stadt Köln und FC nicht den Zielen des Regionalplans entspricht“, erklärt Manfred Waddey, Grünes Mitglied des Regionalrats. „Hier sollen wertvolle Grünflächen für einen privaten Zweck der Allgemeinheit entzogen und baulich genutzt werden. Der 1. FC Köln agiert als Wirtschaftsunternehmen und gehört nicht in den naturnahen Freiraum, sondern in ein Gewerbegebiet.Wir lehnen die Planungen deshalb kategorisch ab und stehen auf der Seite der Naturschutzverbände und der Bürgerinitiative.“