Newsletter

Murren im Revier

Kritik an Umsiedlungsbeauftragter

19. Dezember 2018

Viele der Braunkohle-Umsiedler*innen aus Keyenberg, Kuckum, Unterwestrich, Oberwestrich und Berverath fühlen sich im Stich gelassen von der Umsiedlungsbeauftragten des Landes NRW. In einem Brief übten sie scharfe Kritik an deren Arbeit.


Foto: Christiane Martin

In der 157. Sitzung des Braunkohlenausschusses (BKA) der Regionalräte Köln und Düsseldorf stellte die Umsiedlungsbeauftragte des Landes NRW Margarete Kranz ihren aktuellen Tätigkeits- und Erfahrungsbericht vor. Dieser stieß bei Teilen der Bevölkerung, die wegen des Braunkohleabbaus durch RWE in den nächsten Jahren umgesiedelt wird, auf heftige Kritik – die „Interessengemeinschaft Umsiedlung Keyenberg, Kuckum, Unterwestrich, Oberwestrich, Berverath“ formulierte ihre Beschwerden in einem Brief, den sie unter anderem an Gudrun Zentis, Grünes Mitglied des BKA, richteten.

„Ein wesentlicher Kritikpunkt, den ich gut nachvollziehen kann, ist die mangelnde Kommunikation mit den Umsiedlerinnen und Umsiedlern“, erklärt Gudrun Zentis. Im Brief heißt es: „Als IG Umsiedlung können wir sagen, dass Frau Kranz zu keiner Zeit innerhalb der Umsiedlung bereit gewesen ist, umsiedlungsrelevante Gespräche mit uns zu führen.“ Vor allem die Betreuung von Härtefällen habe anscheindend nicht stattgefunden. „Dabei gehört es zu den ausgewiesenen Aufgaben der Umsiedlungsbeauftragten, einzelne Umsiedlungsbetroffene bei außergewöhnlichen Konflikten oder persönlichen Härten zu unterstützen“, so Gudrun Zentis. „Im Bereich Keyenberg, Kuckum, Unterwestrich, Oberwestrich, Berverath gibt es mehrere Familien, die erhebliche Probleme im Rahmen der Umsiedlung haben. Da hätte Frau Kranz längst tätig werden müssen.“

Der Brief endet mit einer Reihe von Forderungen der IG Umsiedlung, zum Beispiel der, dass die Umsiedlungsbeauftragte gemäß ihrem Mitspracherecht bei wichtigen Entscheidungen, öffentlich Stellung beziehen soll und dass sie sich der Härtefälle annimmt. „Ich hoffe sehr, dieser Appell zeigt Wirkung“, sagt Gudrun Zentis. Die Umsiedlungen sind für die meisten Menschen eine unvorstellbare Belastung, die man kaum mildern kann.“ Das Mindeste sei doch, dass man den Menschen so gut es geht hilft.