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Marode Schieneninfrastruktur

Bahnbericht zu Zustand der Eisenbahnbrücken

10. Juli 2014

Die Infrastrukturkrise im Schienenbereich ist unübersehbar. Das hat ein im Regionalrat Köln vorgestellter Sachstandsbericht zum Zustand der Eisenbahnbrücken gezeigt: Die Hälfte der Brücken im Regierungsbezirk Köln muss dringend saniert oder sogar abgerissen werden. Die GRÜNEN begrüßen, dass jetzt Transparenz und Handlungsdruck erreicht wurden, fragen sich aber, wie beispielsweise mit nötigen Streckensperrungen umgegangen wird.

Angestoßen durch die besorgniserregende Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der GRÜNEN zum schlechten Zustand der Eisenbahnbrücken in NRW hat sich am 27. Juni 2014 auch die 19. Sitzung des Regionalrats Köln mit diesem Thema beschäftigt. Ein Vertreter der Deutschen Bahn Netz hat in einem ausführlichen Sachstandsbericht dargelegt, wie es um die Brücken im Regierungsbezirk Köln bestellt ist: Auch hier zeigen über die Hälfte der Eisenbahnbrücken umfangreiche oder sogar gravierende Schäden. „Die Infrastrukturkrise im Schienenverkehr ist nicht mehr wegzureden. Das hat die Deutsche Bahn mit ihrem Bericht deutlich gezeigt“, erklärt Martin Metz, Mitglied der GRÜNEN Fraktion im Regionalrat Köln. „Umso wichtiger ist es gewesen, dass wir GRÜNEN den Anstoß für mehr Transparenz in diesem Bereich gegeben haben. In den letzten Wochen war das Thema verstärkt in der Öffentlichkeit – das zwingt die Bahn zu handeln.“

Das jetzt vorgelegte Ergebnis bescheinigt von den 765 Bücken im Regierungsbezirk Köln 295 Brücken punktuelle Schäden, 149 größere, 245 umfangreiche und 76 gravierende Schäden. Die Deutsche Bahn will die Brücken der letzten Kategorie innerhalb der nächsten zehn Jahre abreißen und neu bauen, da dies die wirtschaftlich sinnvollste Alternative darstellt. Die Mittel dafür seien bahnintern eingeplant, versprach der Bahnvertreter in der Regionalratssitzung.

Die GRÜNEN im Regionalrat Köln bewerten das positiv. „Gut, dass jetzt was passiert“, sagt Martin Metz. Wichtig seien den GRÜNEN dabei die Absprachen mit den betroffenen Kommunen und den anderen Schienenverkehrsbetreibern. Und es müsse dringend geklärt werden, wie mit den nötigen Streckensperrungen, die bei Abriss und Neubau der Brücken unvermeidlich sind, umgegangen wird. Diese Frage hatten die GRÜNEN unter anderen vor der Regionalratssitzung schriftlich eingereicht. Sie blieb leider unbeantwortet.