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Keine Vorfestlegung für Trassenverlauf

Rheinquerung zwischen Köln und Bonn

4. April 2017

Die GRÜNEN im Regionalrat Köln begrüßen eine neue Rheinquerung zwischen Köln und Bonn, weisen aber darauf hin, dass dabei alle Planungsalternativen berücksichtigt werden müssen und bei einem möglichen Bau eine Schienenquerung vorzusehen ist.

Wesseling

Foto: Andre Bonn/Fotolia

Eine zusätzliche Rheinquerung auf der Höhe von Köln-Godorf bzw. Langel ist bereits seit Langem in der Diskussion: Seit 2006 steht eine „Ortsumgehung Lülsdorf und Langel mit Rheinquerung bei Godorf“ im Landesstraßenbedarfsplan, allerdings bisher in der für eine Realisierung eher unwahrscheinlichen Stufe 2. Nun wurde die Querung in den „vordringlichen Bedarf“ des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen und als „Verbindung zwischen den Autobahnanschlüssen Lind und Godorf“ festgeschrieben.

„Eine neue Querungsmöglichkeit über den Rhein zwischen Köln und Bonn ist prinzipiell natürlich begrüßenswert“, erklärt Rolf Beu MdL, Vorsitzender der GRÜNEN im Regionalrat Köln. Es müsse aber genau geprüft werden, wo die Trasse verläuft. Die jetzt augenscheinlich favorisierte Planungsvariante geht durch ein geschütztes Fauna-Flora-Habitat-(FFH-)Gebiete. „Das lehnen wir ab“, sagt Rolf Beu ganz klar. Er fordert eine offene Prüfung aller Alternativen.

„Neben einer genauen Überprüfung der Trassenführung in ökologischer Hinsicht muss aber auch sichergestellt werden, dass eine Nutzung für die Bahn als unverzichtbar vorgesehen wird. Die Festlegung von NRW-Bau- und Verkehrsminister Michael Groschek auf eine Autobahnquerung und die nur vage Einbeziehung einer Schienenquerung sind kontraproduktiv. Für uns GRÜNE kommt durchaus eine Kombi-Lösung aus Straße und umweltfreundlicher Schiene in Betracht.“

Deshalb sei ausgehend vom Istzustand, also der Nullvariante, in einer regionalen Netzbetrachtung zu untersuchen, welche Entwicklungen der Verkehrsverhältnisse zu erwarten sind und welche Auswirkungen die einzelnen Planungsvarianten haben werden. Dabei sei das Gebiet von der Friedrich-Ebert-Brücke in Bonn bis zur Rodenkirchener Brücke in Köln unter Einbeziehung des Schienen-, Straßen- und Radverkehrs sowie des Personen- und Güterverkehrs als Gesamtplanungsraum zu betrachten.