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Gefahr durch Fracking in den Niederlanden

Regionalrat verabschiedet Resolution

10. Juli 2014

Die Pläne der niederländischen Regierung, die umstrittene und gefährliche Schiefergasgewinnung durch Fracking im Grenzgebiet zu NRW zu prüfen und eventuell zuzulassen, sind im Regionalrat Köln mit großer Beunruhigung aufgenommen worden. Einstimmig wurde eine Resolution verabschiedet, in der Transparenz und nötige Sicherheitsmaßnahmen gefordert werden.

In den letzten Wochen wurde die Diskussion um das Thema Fracking neu entfacht. So will die deutsche Bundesregierung – ihren eigenen Koalitionsvertrag, der die Schiefergasförderung als gefährlich einstuft, vergessend – das umstrittene Verfahren zur Energiegewinnung vielleicht doch zulassen. Die Haltung der NRW-Landesregierung dazu allerdings ist klar: Nicht nur das GRÜN-geführte Umweltministerium, auch Hannelore Kraft als Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen hat Fracking eindeutig ausgeschlossen und sich somit dezidiert anders positioniert als die SPD in Berlin. Doch nun droht Gefahr aus dem Nachbarland Niederlande. Auch hier gibt es aktuell Pläne, perspektivisch die Gasförderung mithilfe von Fracking zu erlauben. So wurden zwei Plangebiete ausgewiesen, die geprüft werden sollen; beide grenzen mit der Provinz Limburg an die Landesgrenze zu NRW im Regierungsbezirk Köln.

Der Regionalrat Köln hat deshalb in seiner Sitzung am 27. Juni 2014 eine von GRÜNEN, SPD, CDU und FDP vorgelegte Resolution einstimmig verabschiedet. Dort heißt es: „Die geplante Gewinnung von Schiefergas mit der Frackingmethode birgt große Risiken, da die Gewinnung mit einer Kombination von Wasser und einer unbekannten Mischung von Chemikalien durchgeführt wird. Die Grundwasserströme machen an den Landesgrenzen keinen Halt. Daher kann nicht ausgeschlossen werden, dass es zu einer Verunreinigung des Grundwassers im Regierungsbezirk Köln kommen kann.“ Der Regionalrat Köln fordert deshalb eine umfassende Information über die strategische Umweltprüfung und eine Offenlegung aller Untersuchungsergebnisse auch für die deutsche Bevölkerung in diesem Grenzraum. Außerdem soll die niederländische Regierung sicherstellen, „dass es bei dem Vorhaben zu keiner Zeit, auch auf die weite Zukunft bezogen, zu einer Gefährdung des Grundwassers kommt, dass bei dem Vorhaben zu keiner Zeit die geplanten Restseen im Braunkohlerevier gefährdet sind und die Wasserqualität und der Wasserstand nicht negativ beeinflusst werden“.

„Wir sind erfreut, dass es in der kritischen Bewertung des Fracking Einigkeit im Regionalrat Köln gibt“, erklärt der Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN und Landtagsabgeordnete Rolf Beu. „Alle sind der Meinung, dass die gefährliche Schiefergasgewinnung keinen Beitrag zur Sicherung der Energieversorgung bietet und dass vielmehr der dauerhafte Umstieg auf erneuerbaren Energien der richtige Weg ist.“

Foto: Bluedesign/Fotolia.com